Artikel 13 und Upload-Filter

Es gibt 67 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von EaranMaleasi.

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    EaranMaleasi schrieb:

    ...Lobbyismus komplett zu verbieten...
    Jo, so die Richtung.
    Ist ja schon irrwitzig, wie "Volksvertreter" es immer hinkriegen, statt das Volk zu vertreten, ... nennen wir's beim Namen: Herrschaft ausüben.

    Eine ins blaue gesponnene Idee wäre auch, sich mal bischen an wissenschaftlichen Prinzipien zu orientieren: Es ist ja ziemlich hoch entwickelt, wie man Untersuchungen so anstellt, dass belastbare, undbeeinflusste und unverfälschte Ergebnisse bei rauskommen, ich nenne mal "Doppelblind-Versuch" und sowas.
    Und da guckstu Parlament, das ist Verfälschung und Beeinflussung ja zum Prinzip erhoben - also Fraktions-Zwang, oder Abstimmungen mit Hand-Heben und sowas - das darfs ja eiglich garnet geben.

    Ich hab gestern einen Vortrag über das direkt-demokratische Instrument der "Citicens assembly" in Irland genossen.
    Was mir malwieder verdeutlichte: Wenn man wollte, könnte man...

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    Ich bin auch kein Freund von der Art von Lobbyismus, aber wenn der nur negativ wäre, hätte man den ja verboten. Das Problem ist doch, dass da in den Entscheidungsgremien Politiker sitzen. Die sind aber aus verschiedenen Berufsgruppen. Schließlich werden die gewählt und nicht per Politik-Studium dazu erst berechtigt, dort zu sitzen. Und dann müssen die über Gesetze entscheiden, die Juristen (mehr oder weniger) juristisch wasserdicht geschrieben haben. Und jetzt stellt sich die Frage, wer da der eigentliche Experte ist? Das klassische Zukunftsszenario von Uncle Bob (Robert C. Martin), zumindest die letzten 5 Minuten des Videos: Ein Gesetz muss verabschiedet werden, was die Softwareentwickler dazu verpflichtet, bestimmte Software, Bücher, Frameworks, Code-Regeln und Kurse zu nutzen. Dieses Gesetz wurde notwendig, nachdem durch ein Softwarefehler 10000 Menschen gestorben sind, weil die verantwortliche Softwareentwicklergruppe von ihrem Management unter Zeitdruck gesetzt wurde, eine nicht komplett getestete Software zu veröffentlichen/an den Kunden aszuliefern. Jetzt die Frage: Wer bestimmt den Inhalt des Gesetzestextes? Politiker, die keine Ahnung von der Thematik haben*? Juristen, die den Text verfassen und auch keine Ahnung haben? Irgendwoher muss der Fach-Input kommen. Wenn die Entscheider keine tiefgehende Ahnung haben, dann brauchen sie Input von außen. Nur ist es dann eben m.E. schwierig herauszufinden, wo neutraler Rat endet und Beeinflussung zugunsten weniger losgeht.

    *zumindest größtenteils, bestimmt gibt es auch ein paar Informatiker unter den Politikern, aber selbst Informatiker haben nicht zwangsläufig Ahnung von Pogrammieren
    Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von „VaporiZed“, mal wieder aus Grammatikgründen.

    Häufig von mir verwendete Abkürzungen: CEs = control elements (Labels, Buttons, DGVs, ...) und tDS (typisiertes DataSet)
    Aufgrund spontaner Selbsteintrübung sind all meine Glaskugeln beim Hersteller. Lasst mich daher bitte nicht in den Spekulatiusmodus gehen.

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    VaporiZed schrieb:

    Ich bin auch kein Freund von der Art von Lobbyismus, aber wenn der nur negativ wäre, hätte man den ja verboten.
    Hä?
    Politik wird doch von Lobbies gemacht - wir leben doch in einer Art Lobby-Feudalismus.
    Wie sollte es also zusatande kommen, dass Lobbyismus verboten würde - oder auch nur minimal eingeschränkt würde?
    Die Relität ist doch grad annersrum: "Würden Wahlen etwas ändern, wären sie verboten." (Tucholski)

    Zu deinen Überlegungen, wie man einen Diskurs führen könnte, der tatsächlich der Allgemeinheit nützende Ergebnisse brächte, guck dir mal den Link zu die Citicen-Assemblies an.
    Das ist schon ein ziemlich gut durchdachtes System, wie "Demokratie" ihrer Wortbedeutung "Herrschaft des Volkes" ein Stück näher gebracht werden könnte.
    Zumindest theoretisch, weil wie gesagt: Wenn man wollte.
    Es werden Experten dabei gebraucht, aber fachliche Experten, keine Polit-Profis. Die Experten werden befragt, haben aber nix zu bestimmen.

    Sondern man traut einem repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung zu, dass sie einen Diskurs führen, und vlt nicht zur perfekten, aber auf jeden Fall zu einer sehr guten Willens-Äusserung gelangen.
    Es ist ein erstaunliches menschliches Phänomen, dass Bürger, wenn ihnen so eine Verantwortung übertragen wird, meist ein enormes Engagment entwickeln, ihre Aufgabe auch wirklich wirklich gut zu machen.
    und zwar im Sinne der Sache, nicht im Sinne von Lobbies und Geld, und deutlich weniger im Sinne von Eitelkeiten, Ideologien oder whatever (wovon man ja leider nie ganz frei ist).

    Jo, und weil diese Art der Willens-Findung so effizient ist und schlecht manipulierbar - deswegen macht man das nicht.
    Bzw das Parlament übergeht im Nachgang einfach die Willensäusserung.

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    ErfinderDesRades schrieb:

    Wie sollte es also zusatande kommen, dass Lobbyismus verboten würde - oder auch nur minimal eingeschränkt würde?
    Gar nicht, da er für notwendig erachtet wird und sich schon so festgesetzt hat, dass man sich das System ohne gar nicht vorstellen kann.
    Deinen Link habe ich mir angeschaut. Aber ob dann der Expertenrat entsprechend für legitim oder gar für vollgenommen oder neutral wird, bleibt natürlich wieder offen.

    ErfinderDesRades schrieb:

    Bzw das Parlament übergeht im Nachgang einfach die Willensäusserung.
    War doch in Bayern damals so, wenn ich mich recht erinnere. Seehofer wollte, dass das Volk über die 3. Startbahn am Flughafen entscheidet. Und als es sich dagegen entschied, ignorierte Seehofer es und forcierte, dass das Projekt weiterverfolgt wird.
    Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von „VaporiZed“, mal wieder aus Grammatikgründen.

    Häufig von mir verwendete Abkürzungen: CEs = control elements (Labels, Buttons, DGVs, ...) und tDS (typisiertes DataSet)
    Aufgrund spontaner Selbsteintrübung sind all meine Glaskugeln beim Hersteller. Lasst mich daher bitte nicht in den Spekulatiusmodus gehen.

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    VaporiZed schrieb:

    Aber ob dann der Expertenrat entsprechend für legitim oder gar für vollgenommen oder neutral wird, bleibt natürlich wieder offen.
    versteh ich nicht richtig.
    Also im von mir erwähnten Vortrag ging die Citizen-Assembly so, dass die Leutz sich zu 6-8 an einen Tisch setzten, und sich austauschen, und 1 Experte dazu. Ein Experte soll glaub auch nicht raten, sondern einen Experten fragt man, wenn man wissen möchte, wie etwas funktioniert.
    Und eine Regel ist natürlich, dass jeder für legitim und vollgenommen wird.
    Also bischen ein Stammtisch ohne Alkohol, mit einem spannenden und wichtigen Thema, und ggfs. auch einem Fachmann.
    Das ist so die kleinste Zelle des gesellschaftlichen Diskurses, und von Zeit zu Zeit werden Ergebnisse auch wieder ins Plenum gegeben, neu gemischt, was weiß ich, wie da im Einzelnen das Procedere organisiert ist.

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    Die CDU will nun in Deutschland im nationalem Gesetzt dann keine Uploadfilter dafür aber eine Pauschallizenz .

    siehe: cdu.de/artikel/kompromiss-zum-…tent=rss&utm_campaign=rss

    Hier auch nochmal der Solmecke dazu:
    Grüße , xChRoNiKx

    Nützliche Links:
    Visual Studio Empfohlene Einstellungen | Try-Catch heißes Eisen

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    Und da sind wir wieder an der Stelle, bei der ich sagen muss: "Was eine gequirlte sch..."
    Wow, super. Toller Kompromiss. Bin stolz auf unsere Parteien.

    "Damit können wir uns vielleicht wieder ins richtige Licht rücken und bis zu den Wahlen ist dann wieder alles vergessen."
    und so wird es auch sein, weil einfach zu wenige sich dafür interessieren.

    ErfinderDesRades schrieb:

    Und eine Regel ist natürlich, dass jeder für legitim und vollgenommen wird.

    Ja, aber dafür ist doch Schäuble, Präsident des Deutschen Bundestages, zuständig, dafür dass alle sich für vollnehmen, oder nicht? Auch diese Position ist der letzte Schrott und auch besetzt von einer voreingenommenen Person! Ich finde an solchen Positionen sollten neutrale Menschen sitzen, sozusagen "Mediatoren", denn vermittelt wird nicht wirklich etwas von Schäuble.

    Die werten Herren, Damen (und Diversen) im Bundestag disktutieren darüber dass viele Gesetze erneuert werden müssen und auch das schleppt sich in die EU mit, aber wir müssten im Grunde bei unserer Polit-Struktur ansetzen, weil wir da ziemlich veraltet sind. Aber nuja, denke dass Gespräch driftet nun von meiner Seite ab...

    Finde mit der Pauschallizenz ist auch keinem Geholfen und ein Kompromiss ist es in meinen Augen auch nicht.

    xChRoNiKx schrieb:

    siehe: cdu.de/artikel/kompromiss-zum-…tent=rss&utm_campaign=rss


    ​Internetplattformen werden in die Pflicht genommen. Auf Urheberrechtsverletzungen aufgebaute Geschäftsmodelle werden unterbunden.

    Definition?
    Option Strict On!

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    Ich glaube es wurde bereits erwähnt, dennoch nochmal die Info:
    Die deutsche, slowakische, tschechische und dänische Wikipedia ist heute aus Protest gegen die Urheberrechtsreform "abgeschaltet". Dies bedeutet, dass per Skript der eigentlichen Webseite folgendes Banner vorgeschoben ist:


    Ohne Skripte von wikimedia.org sieht die seite dann so aus:


    Verbietet man noch CSS oder benutzt die Leseansicht, kommt man an den Text dahinter. Leider.
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